Oliver Kahn wurde mit 83 km/h zu schnell geblitzt, es gab trotzdem einen Freispruch. Tatsächlich ein "Sonderfall"-Urteil mit Promi-Bonus", wie der Berliner Kurier meint?

Kahn düste am 21. Oktober 2009 in seinem getunten AMG-Mercedes (650 PS) über die Autobahn A 8 Richtung München. Auf der Bergener Brücke sauste er mit 163 Sachen in die Radarfalle. Erlaubt waren hier nur 80 km/h. Mehr als genug für ein Bußgeldverfahren. Dagegen erhob Kahn Einspruch. Zwar hätte er den Mercedes gesteuert, aber er sei ganz korrekt 80 Stundenkilometer über die Brücke gefahren. Sein privater Gutachter brachte "vorauseilende Lichtreflexe" ins Spiel, die eine Geschwindigkeitsmessung bereits vor Kahns Mercedes ausgelöst hätten.

Richter Dr. Rainer Vietze ließ den "Sonderfall" intensiv per Gutachter prüfen. Der Sachverständige bezweifelte weder die Qualifikation des Polizisten, der den Oli geblitzt hatte, noch die Zuverlässigkeit des Blitzgerätes. Doch in diesem Fall habe die Messung begonnen, als das Fahrzeug noch 1,5 Meter von der Blitzlinie entfernt war.: "Die Messung stimmt wahrscheinlich. Ich kann aber nicht sagen, ob die Geschwindigkeit korrekt generiert wurde."

Trotzdem forderte die Staatsanwältin 600 Euro Bußgeld und dreimonatiges Fahrverbot für Kahn. Sein Verteidiger Peter Christ verlangte Freispruch - dem schloss sich der Richter an.

Naja, der Frau Staatsanwältin bleibt ja noch die Rechtsbeschwerde. ;)

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