Ein Komikerllege, der vor einiger Zeit offensichtlich die Aldisierung des Anwaltsmarktes plante (wovon man dann nicht mehr viel gehört hat), setzt jetzt noch einen drauf: „Als Deutschlands erste Anwaltskanzlei" will der Kollege „geschäftsmäßig kostenlose Kanzleiberatung für Jedermann" anbieten
Unter „AnwaltskanzleiKostenlos" erhält der Mandant klassische Kanzleiberatung im Sinn des § 34 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz zum Nulltarif. Ziel der wohltätigen Rechtsberatung ist eine gerechtere Gesellschaft und eine juristische Waffengleichheit zwischen Arm und Reich.
Das Ergebnis dürfte allerdings ein anderes sein.
Und als Bonbon soll dann auch noch "Anwaltsleaks" in’s Leben gerufen werden:
Nach dem Vorbild von „Wikileaks" machen wir Mißstände in der Branche und "Schwarze Schafe" anhand von Originaldokumenten für die Öffentlichkeit transparent. Informieren Sie uns als „Whistleblower" über illegale, irreguläre, illegitime oder unethische Praktiken und Zustände.
Die Befürchtung des Kollegen Nebgen, dass damit ein Berufsstand weiter der Lächerlichkeit preisgegeben wird, teile ich allerdings nicht. Das staunende Publikum dürfte - jedenfalls weitestgehend - zwischen Komikern und Koryphäen unterscheiden können. Und so dürften auch diese Projekte scheitern, ob nun durch Entziehung der Zulassung, wie sie der Kollege Krause schon fordert oder aus anderen handfesten Gründen.


